Talke News
GefahrgutProfi 08/2002 Mehrwertdienstleistungen
[01.08.2002] Mehrwertdienstleistungen, auch Value-Added-Services genannt, gehören heute zur Dienstleistungspalette einer Spedition. Die Spedition übernimmt die Waren ihrer Auftraggeber in den verschiedensten Verpackungen zur Zwischenlagerung und zum Versand an den Endkunden.

In den Konfektionierungshallen können feste und flüssige Stoffe abgefüllt werden. Auch Verpackungsänderugen wie Absackung oder Silierung können hier vorgenommen werden.
Neben einer Vielfalt solcher Leistungen im Bereich der Feststoffe ist die Abfüllung von Flüssigkeiten von großer Bedeutung. Gefahrgüter der Klassen 3, 6 sowie 8 und 9 werden in 200-Liter-Fässer oder 1.000-Liter-IBC abgefüllt. Spezialitäten dabei sind hochviskose Flüssigkeiten sowie Produkte mit einer Temperatur bis zu 150 °C.

Sowohl im technischen als auch im Sicherheitsbereich werden hochmoderne Anlagen eingesetzt. So werden Abluftreinigung über Aktivkohlefiltrierung und Kreuzstromwäsche mit einem Natronlauge- und Schwefelsäurebad der Abfüllung nachgeschaltet. Natürlich werden auch umwelttechnische Aspekte berücksichtigt

Diese Dienstleistungspalette wird durch die steigende Kundenanforderungen ständig erweitert. Die Alfred Talke Logistic Services z. B. hat neben der Abfüllung von Gefahrgut spezielle Anlagen für die Abfüllung von Produkten für den pharmazeutischen und kosmetischen Bereich errichtet. Diese wurden nach den hygienischen Normen des GMP (Good Manufacturing Practice) gebaut.

Nach Abschluss der Dienstleistungen werden die Güter, falls gewünscht, nochmals zwischengelagert, um anschließend den sicheren Transportweg zum Verbraucher entweder über die Straße, Intermodal oder per Bahn über die eigenen Anschlussgleise anzutreten.

Gefahrgut sicher gelagert und transportiert
Wie alle gut ausgestatteten Speditionen verfügt auch Talke über ein modernes Logistikzentrum. Diese Anlage wurde auf einem Gelände von 35.000 m² gebaut und verfügt über 15.000 m² Lagerhallen plus 1.000 m² reine Arbeitshallen. Die Lagerhallen sind zur Lagerung von Gefahrgut sowie Nicht-Gefahrgütern geeignet. Hier können ca. 7.000 m² Gefahrgüter der Klassen 2 bis 6 sowie 8 gelagert werden. Die Hallen sind mit CO² Löschanlage und speziell versiegelten Böden für Produkte der WGK 3 ausgestattet und verfügen über ein eigenes Anschlußgleis. Die restlichen 8.000 m² sind für ungefährliche Güter vorgesehen. In den Konfektionierungshallen, die sich in der Mitte des Logistikzentrum zwischen den beiden Hauptlagerhallen befinden, können feste und flüssige Stoffe abgefüllt werden. Hier werden Mehrwertdienstleistungen für Kunden der chemischen Industrie erbracht. Ein aktuelles Beispiel ist die Umfüllungen von Monopropylen-Glycol (flüssig). Dieser Stoff ist ein Zusatzstoff, der unter anderem in der Tabakindustrie angewandt wird um den Tabak feucht zu halten. Er muss in speziellen Tankcontainer, die nur für dieses Produkt ausgerüstet sind, transportiert werden. Diese Tankcontainer werden früh morgens angeliefert und an die Außenanlage der Fassabfüllstation an einen 1.000 mm dicken Schlauch angeschlossen. Durch diesen läuft das flüssige Produkt zu einer Pumpe, die dann die Flüssigkeit durch einen halb so dicken Schlauch zum Ventil hin drückt.

Spezialist in der Fassabfüllung
Der Innenbereich der Fassabfüllung besteht aus drei Stationen: Öffnung der Fässer, Abfüllung und Verschließung der Fässer. An der ersten Station werden die Fässer, die sich auf einer Palette befinden, geöffnet, so dass sie auf dem Förderband zur Füllstation transportiert werden können. Dort werden sie gravitmetisch befüllt, d. h. dass während der Befüllung das Gewicht gemessen wird. Sobald das vorgegebene Gewicht erreicht ist, gibt die Waage ein Signal an das Füllventil und der Vorgang wird gestoppt. Die Fässer auf der Palette werden nacheinander befüllt und abschließend an der dritten Station vom Mitarbeiter verschlossen und versiegelt.

Danach laufen die Fässer über das Rollband zur Abladestation und werden auf dem Wege von einem vollautomatischen Drucker mit der jeweiligen Charge markiert. Nun nimmt ein weiterer Mitarbeiter mit Hilfe des Gabelstaplers hinter der Anlage die befüllten und verschlossenen Fässer ab und fährt sie in die Lagerhalle. Dort warten die Fässer im Regelfall nicht länger als 48 Stunden auf die Weiterverladung.

Über eine ortsbeweglichen Rampe wird die Ware aus der Halle über in den Überseecontainer geladen. Für den europäischen Straßengütertransport werden die Fässer palettiert und gebändert in den LKW verladen.

Es stellt sich die Frage, wieso der Produzent das Material nicht direkt in Fässer abfüllt? Die Antwort ist einfach: Die Hersteller setzen ihren Focus auf Produktion, Forschung und Verkauf. Wie die Ware in den verschieden abgepackten Einheiten zu den Kunden gelangen, überlassen sie Logistikdienstleitern.

Diese Mehrwertdienstleistung wird auch „rückwärts“ betrieben, d. h. bereits abgepackte Ware, z. B. in Big Bags wird lose in Silo-LKW verladen. Hierzu werden die Big Bags auf eine Hängevorrichtung über den Silo-LKW gehangen. Durch die Einfüllstutzen des Silo-Fahrzeuges rieselt der Feststoff in das Innere des Silos. Auf diese Weise wird der LKW mit 22 Tonnen beladen. Ein Big Bag fasst 1.000 kg.

Mehrwertdienstleistungen werden auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.


 
Alfred Talke GmbH & Co. KG
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50354 Hürth

Tel. 0 22 33 - 59 90
Fax 0 22 33 - 59 91 60


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